Einen Hund zu haben, ist für Millionen von Menschen auf der ganzen Welt eine große Quelle des Glücks – schließlich ist er unser bester Freund! Hunde haben jedoch komplexe und vielfältige Bedürfnisse, die erfüllt werden müssen, damit sie glücklich und gesund sind. Wenn du die verschiedenen Lebensphasen kennst, die diese durchlaufen, kannst du dich besser auf potenzielle Herausforderungen vorbereiten. In diesem Artikel führen wir dich durch alle Lebensphasen deines Hundes, vom Welpenalter bis ins hohe Alter, damit du auf alle Eventualitäten vorbereitet bist.

Frühes Welpenalter: 0 – 6 Monate

Wir könnten ein ganzes Buch über diese Phase schreiben. Für die Zwecke dieses Artikels beschränken wir uns jedoch auf das Wesentliche! Sofern du deinen Welpen nicht selbst gezüchtet hast, nimmst du ihn wahrscheinlich im Alter von etwa 8 bis 9 Wochen mit zu dir nach Hause. Er ist entwöhnt, frisst Welpenfutter und sollte seine Milchzähne haben. Zuhause ist die Vorfreude auf den Neuankömmling groß und du hast bereits alles an notwendigem Zubehör besorgt.

Highlights

Alle lieben diese Phase. Welpen sind bezaubernd und lustig – man kann gar nicht aufhören, sie anzuschauen und zu lächeln. Zu sehen, wie dein Welpe wächst und neue Dinge lernt, ist eine wahre Freude.

Herausforderungen

Diese Phase birgt aber auch einige große Herausforderungen!

  • Stubenreinheit. Die meisten Hunde werden schnell stubenrein, wenn du geduldig, freundlich und konsequent bist.
  • Sozialisierung und Gewöhnung. So lernt dein Welpe, sich in der Welt zurechtzufinden und sich mit Menschen und anderen Tieren zu vertragen. Dies ist von entscheidender Bedeutung, wenn du einen glücklichen und selbstbewussten Hund heranziehen möchtest. Idealerweise beginnt man damit bereits im Alter von etwa drei Wochen beim Züchter.
  • Training. Wenn du deinem Hund eine Sache beibringst, dann sollte es das Heranrufen sein. Hunde, die auf Zuruf zurückkommen, können ein viel besseres Leben führen, in dem sie ohne Leine laufen und Spaß haben können. Es wird auch dein Leben als Besitzer wesentlich entspannter machen. Bitte deine Tierärztin oder deinen Tierarzt, dir eine gute Welpenschule zu empfehlen. Stelle sicher, dass du dies stets belohnungsorientiert und positiv gestaltest.
  • Kauen. Welpen kauen gerne, besonders wenn sie im Alter von 4 bis 6 Monaten zahnen. Bitte verstecke alles Wertvolle oder Gefährliche!

Das Wichtigste

  • Welpenfutter! Es ist wichtig, dass dein Welpe hochwertiges, vollwertiges und ausgewogenes Futter erhält, das auf seine zukünftige Größe abgestimmt ist. Frage deine Tierärztin oder deinen Tierarzt nach einer Empfehlung. Die richtige Ernährung deines Welpen ist für ein optimales Wachstum und die Entwicklung von Skelett und Gehirn von entscheidender Bedeutung.
  • Rückruf, Rückruf, Rückruf! Das Heranrufen ist für Hunde eine wichtige Fähigkeit und du solltest so früh wie möglich mit dem Training beginnen. Denke daran, positive Verstärkung einzusetzen, indem du deinem Hund jedes Mal, wenn er auf dein Signal hin zu dir zurückkommt, eine besonders begehrte Belohnung, Lob oder sein Lieblingsspielzeug gibst.
  • Bewegung. Dein Welpe braucht anfangs nicht allzu viel Bewegung, doch viel zu viele Hunde bekommen nie genug Bewegung. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um gute Gewohnheiten zu entwickeln – idealerweise zweimal täglich, jeden Tag. Das kann viel schwieriger sein, als du denkst, aber ein geistig und körperlich ausgelasteter Hund ist ein glücklicher Hund. Und für dich ist es auch toll!
  • Tierärztliche Untersuchungen, Impfungen, Mikrochip-Implantation und Entwurmung. Sprich mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt darüber, wie oft du zu ihm kommen solltest und wie der Zeitplan für die Vorsorgeuntersuchungen aussieht. Das ist in dieser Lebensphase sehr wichtig. Wenn du das Wachstum und das Gewicht deines Welpen im Auge behältst, bleibt er schlank und gesund. Schlanke Welpen werden zu schlanken Erwachsenen und leben länger.

Die Adoleszenz der Welpen: 6 – 18 Monate

Auch wenn du selbst noch kein Kind im Teenageralter hattest, erinnerst du dich mit Sicherheit an deine eigene Teenager-Zeit! In dieser Phase wird dein Welpe besonders ausgelassen und voller Energie sein. Er wird Grenzen ausloten und auf die Probe stellen!

Highlights

Ab diesem Zeitpunkt lernst du deinen Hund und seine einzigartige Persönlichkeit erst richtig kennen. Gemeinsam könnt ihr dann auf längeren Spaziergängen die Umgebung erkunden, spielen und miteinander interagieren.

Herausforderungen

  • Verhalten. Wie immer in Sachen Verhalten muss man vor allem konsequent und geduldig sein und gutes Verhalten belohnen, anstatt schlechtes Verhalten zu bestrafen oder zu ignorieren. Wenn dir diese Phase schwerfällt, solltest du dir möglichst frühzeitig Hilfe holen. Gute Ratschläge zum Verhalten sind von unschätzbarem Wert. Bei den meisten Hunden, die in dieser Phase abgegeben werden, liegt der Grund in einem Verhaltensproblem, das nicht richtig oder nicht früh genug angegangen wurde. Bitte seine Tierarztpraxis, dir eine:n qualifizierte:n Spezialist:in zu empfehlen.

Das Wichtigste

  • Setze weiterhin auf eine gute Vorsorge und lasse das Wachstum und das Gewicht regelmäßig von deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt überprüfen.
  • Spaziergänge! Jeden Tag, mindestens zweimal täglich!
  • Kastration. In diesem Alter werden die meisten Hunde kastriert. Je nach Größe und Rasse deines Hundes sowie dessen Temperament kann deine Tierärztin oder dein Tierarzt eine Kastration im Alter von 6 Monaten empfehlen oder raten, zu warten, bis der Hund ausgewachsen und voll entwickelt ist. Hole in dieser Phase unbedingt auch eine tierärztliche Futterempfehlung ein. Nach der Kastration sinkt der Kalorienbedarf erheblich, und die Fütterung deines Hundes mit dem richtigen Futter in der richtigen Menge kann entscheidend dazu beitragen, Übergewicht zu vermeiden.

Ausgewachsener Hund: 1 – 6 Jahre

Die meisten Hunde gelten im Alter von etwa einem Jahr als ausgewachsen. Manche sehr großen oder riesigen Hunde brauchen bis zu 18 Monate, bis sie voll ausgewachsen sind. Das Erwachsenenalter ist die Blütezeit im Leben deines Hundes, und für dich hoffentlich die unkomplizierteste und schönste Zeit.

Highlights

Das Leben mit deinem erwachsenen Hund! Inzwischen ist dein treuer Begleiter hoffentlich gut erzogen, gesund, schlank und selbstbewusst. Ihr habt eure Routinen etabliert und kennt euch und eure Launen inzwischen gut. Ganz gleich, wie schlecht dein Tag auch gewesen sein mag, dein Hund wird für dich da sein, seinen Kopf auf dein Knie legen und dich zum Lächeln bringen.

Herausforderungen

Abgesehen von unvorhergesehenen gesundheitlichen Problemen dürften die Herausforderungen hoffentlich minimal sein.

Das Wichtigste

  • Mindestens einmal jährlich eine tierärztliche Untersuchung. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um die individuellen Bedürfnisse deines Hundes in Bezug auf Impfungen und Parasitenbekämpfung zu besprechen. Nicht alle Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen sind ständig erforderlich, doch manche Impfungen sind unverzichtbar. Achte daher darauf, dass dein Hund auf dem neuesten Stand ist.
  • Halte ihn schlank! Wiege deinen Hund einmal im Monat zu Hause oder in der Tierarztpraxis. Tierarztbesuche, bei denen nichts Schlimmes passiert, sind immer gut – sie tragen dazu bei, dass Tierarztbesuche für deinen Hund generell weniger stressig sind. Eine Gewichtsveränderung in beide Richtungen kann ein Anzeichen für Probleme sein, oft sogar eines der frühesten. Wenn du dies im Auge behältst, bist du mit hoher Wahrscheinlichkeit immer einen Schritt voraus.
  • Frage in deiner Tierarztpraxis nach der Empfehlung eines idealen Futters für ausgewachsene Hunde. Es sollte sich um ein vollständiges und ausgewogenes Futter handeln, das für die Lebensphase eines ausgewachsenen Hundes geeignet ist und auf die besonderen Bedürfnisse deines Haustiers zugeschnitten ist.

Ältere Hunde & Senioren: >7 Jahre

Zu diesem Zeitpunkt hast du bereits eine tiefe emotionale Bindung zu deinem Hund aufgebaut und machst dir vielleicht allmählich Sorgen um sein Alter. Früher oder später wirst du auch Veränderungen bemerken. Ab welchem Alter ein Hund als älter gilt, hängt von seiner Größe ab. Im Allgemeinen haben größere und riesige Hunde eine kürzere Lebenserwartung. Eine Deutsche Dogge gilt bereits im Alter von 6 oder 7 Jahren als älter, ein Jack Russell hingegen erst ab einem Alter von etwa 11 Jahren. Deine Tierärztin oder dein Tierarzt ist der beste Ansprechpartner, um dich zu deinem Hund und dessen Lebenserwartung zu beraten.

Highlights

Die Verbindung, die ihr habt. Einen Hund zu haben, ist etwas ganz Besonderes. Seine Liebe zu dir ist beständig und lässt niemals nach. Er ist dein treuer Begleiter in guten wie in schlechten Zeiten, ganz gleich, was das Leben für dich bereithält.

Herausforderungen

  • Gesundheit. In dieser Zeit kann sich der Gesundheitszustand deines Hundes allmählich verschlechtern. Bitte achte auf:
    • Gewicht, Zunahme wie Abnahme. Wie bereits erwähnt, kann dies ein frühes Anzeichen zahlreicher Erkrankungen sein.
    • Arthrose. Sei aufmerksam und achte auf Steifheit, Zögern, wenn er ins Auto steigt oder springen soll, oder Angst bei rutschigen Böden. Chronische Schmerzen sind ein großes Problem für Hunde mit Arthrose.
    • Appetit und Durst. Ähnlich wie beim Gewicht sind Veränderungen des Appetits oder Durstgefühls – egal in welche Richtung – oft frühe Anzeichen für Erkrankungen wie Diabetes oder Nierenerkrankungen.
  • Zeit des Abschieds. Der unvermeidliche Verlust eines Haustieres ist bei weitem die größte Herausforderung, der wir uns stellen müssen. Sprich dies offen in deiner Tierarztpraxis an und denke daran, dass es zahlreiche Hilfsangebote für trauernde Tierhalter:innen gibt. Die Trauer ist ganz normal und nichts, wofür man sich schämen müsste.

Das Wichtigste

  • Tierärztliche Untersuchungen. In dieser Phase werden häufigere Tierarztbesuche empfohlen, in der Regel zweimal jährlich. Deine Tierärztin oder dein Tierarzt wird möglicherweise auch gelegentlich Blut- und Urinuntersuchungen durchführen. Dies sind die zuverlässigsten Methoden, um zugrunde liegende gesundheitliche Probleme zu erkennen, bevor klinische Anzeichen auftreten.
  • Dein Hund sollte wie immer schlank bleiben, aber achte in späteren Jahren auch auf einen Verlust an Muskelmasse. 
  • Ernährung für die späten Lebensphasen. Diese Ernährung ist speziell auf die Bedürfnisse von Hunden in älteren Lebensphasen abgestimmt und kann dazu beitragen, die lebenswichtigen Organfunktionen zu unterstützen und zu entlasten. Sollte dein Haustier eine Erkrankung haben, empfiehlt deine Tierärztin oder dein Tierarzt möglicherweise eine spezielle Diätnahrung.  Frage in deiner Tierarztpraxis nach, welches Futter am besten geeignet ist.
  • Bitte beachte, dass dein Hund sich möglicherweise weniger gut selbst pflegen kann und zusätzliche Hilfe benötigt.
  • Bitte beachte, dass dein Hund möglicherweise weniger Bewegung benötigt oder möchte. Generell sind in dieser Phase kürzere, häufigere Spaziergänge besser als lange und gelegentliche.
  • Um sie besser für einen Hund mit Gelenkproblemen geeignet zu machen, musst du deine Wohnung möglicherweise umgestalten. Ziehe Rampen, dickere, bequemere Bettchen und rutschfeste Bodenbeläge in Betracht.

So unterstützt du deinen Hund in jeder Lebensphase

Hunde sind unsere treuen Begleiter, und sie verdienen das Beste von uns. Um deinem Tier die bestmögliche Fürsorge zu bieten, sind für dich als Tierbesitzer/in folgende Aspekte entscheidend:

  • Freundlichkeit und belohnungsbasiertes Training
  • Achte darauf, dass die ganze Familie Regeln konsequent einhält
  • Wenn du die Lebensphasen deines Hundes kennst, weißt du, was dich erwartet, und kannst dich darauf vorbereiten
  • Wenn du weißt, was für deinen Hund normal ist, kannst du Anzeichen für Probleme so früh wie möglich erkennen
  • Respektiere den Freiraum deines Hundes sowie sein Bedürfnis nach Zeit für sich allein
  • Bleibe in regelmäßigem Kpntekt mit deiner Tierärztin oder deinemTierarzt
  • Halte deinen Hund schlank
  • Zwei Spaziergänge täglich, abgestimmt auf das Alter und die Rasse deines Hundes

Die Liste ist lang, aber Hunde sind komplexe, intelligente Tiere, und die Haltung eines Hundes ist keine Entscheidung, die man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Wenn du jedoch die Zeit, die Mittel und die Energie hast, einen Hund in deine Familie aufzunehmen, wird er dir viel Freude bereiten!

Häufig gestellte Fragen zu den Lebensphasen von Hunden

In welchem Alter sollte ich meinen Hund kastrieren lassen? 

Das hängt von der Rasse/Art deines Hundes und von dessen Persönlichkeit ab. Hunde werden oft im Alter von etwa 5 bis 6 Monaten kastriert, doch bei einigen größeren Rassen kann es aufgrund möglicher Auswirkungen auf ihre Skelettentwicklung besser sein, damit noch zu warten. Frage deine Tierärztin oder deinen Tierarzt nach dem idealen Moment für deinen Hund.

Wann hört ein Hund auf zu wachsen? 

Die meisten Hunde gelten im Alter von etwa einem Jahr als erwachsen und voll ausgewachsen. Manche Hunde sehr großer Rassen oder Riesenrassen benötigen bis zu 18 Monate, bis sie voll ausgewachsen sind. 

Ab wann gilt mein Hund als ausgewachsen oder als Senior? 

Das hängt von der Größe deines Hundes im ausgewachsenen Zustand ab. In der Regel gilt: je größer der Hund, desto kürzer ist seine Lebenserwartung. Ein großer Hund gilt bereits im Alter von etwa 6 bis 7 Jahren als älter, während ein Terrier erst im Alter von 10 bis 11 Jahren als älter eingestuft wird.

Wie kann ich das Alter meines Hundes bestimmen? 

Wenn Hunde noch Welpen sind, lässt sich ihr ungefähres Alter anhand ihrer Zähne bestimmen. Die Milchzähne werden zwischen 4 und 6 Monaten nach und nach durch die bleibenden Zähne ersetzt, beginnend mit den Schneidezähnen vorne und endend mit den Backenzähnen hinten. Sobald ein Hund ausgewachsen ist, muss man das Alter basierend darauf schätzen, ob er in guter körperlicher Verfassung zu sein scheint, bereits graue Haare bekommt oder andere Anzeichen des Alterns zeigt. Größere Hunde altern außerdem tendenziell schneller als kleinere Hunde.

Können Hunde ihr Leben lang das gleiche Futter bekommen? 

Nein. Welpen benötigen Futter, das auf ein optimales Wachstum abgestimmt ist. Sobald das Wachstum abgeschlossen ist, solltes du am besten auf ein Futter umsteigen, das speziell für ausgewachsene Hunde entwickelt wurde. Futter für ältere Hunde schont die Organe und kann dabei helfen, den Anzeichen des Alterns entgegenzuwirken. Generell solltest du nach einem Tierfutter suchen, das auf die jeweilige Lebensphase deines Haustiers abgestimmt ist. Deine Tierärztin oder dein Tierarzt kann dir ein Futter empfehlen, das optimal auf die Bedürfnisse deines Haustiers abgestimmt ist.

Überprüft von Karen Shenoy, DVM.

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