Wenn du dich entschlossen hast, einen neuen Welpen ins Haus zu holen, ist es wichtig, dass du bei der ganzen Aufregung nicht vergisst, Wohnung und Garten sicher für ihn zu machen. In diesem Artikel erfährst du, wie du dich am besten vorbereiten kannst, um deinen Welpen vor deinem Haus zu schützen und umgekehrt!

Mit den Augen deines Hundes

Bevor du deinen neuen vierbeinigen Freund nach Hause holst, solltest du einen Rundgang durch Wohnung und Garten machen und versuchen, sie durch die Augen eines Welpen zu betrachten. Welpen sind klein, neugierig und erkunden jede Ecke ihrer neuen Umgebung, vor allem durch Beschnüffeln und indem sie Dinge ins Maul nehmen! Wenn sie beginnen, zu zahnen, werden sie alles Mögliche kauen wollen, du solltest davon ausgehen, dass sich für sie auch alles dazu anbietet.

Wenn das im Bereich deiner physischen Möglichkeiten liegt, unternimm die Besichtigungstour auf allen Vieren. Weise das nicht gleich von dir, diese Technik ermöglicht dir, besser auszumachen, welche Spielzeuge, Gegenstände oder sogar Unrat dein Hund aus Versehen verschlucken (oder absichtlich zu fressen versuchen) könnte. Wenn du Kinder hast, lass sie mitmachen oder das Krabbeln für dich übernehmen.

Die wichtigsten Tipps, um dein Zuhause welpensicher zu machen

Häuser sind voller potenzieller Gefahren, die wir als erwachsene Menschen vielleicht völlig übersehen. Wir verfügen über Lebenserfahrung und sehen die Welt aus einer Perspektive weit über dem Fußboden. Dein neuer Welpe wird erst noch lernen müssen, was er (fressen) darf und was nicht. Bis er das verinnerlicht hat, ist es deine Aufgabe, für seine Sicherheit zu sorgen. Schauen wir uns mal die häufigsten Gefahren im Haus an.

  1. Verbotszonen definieren:
    Vielleicht hast du beschlossen, dass dein Hund bestimmte Teile des Hauses nie betreten darf, etwa Schlafzimmer oder Spielecken. Das ist in Ordnung, aber dann musst du – und alle anderen Familienmitglieder – dich auch durchgehend immer an diese Regeln halten. Viele Leute benutzen Babygitter zur Abriegelung solcher Verbotszonen, vergiss aber nicht, dass manche Welpen zwischen den Gitterstäben hindurch schlüpfen oder darin feststecken können. Heutzutage stehen sehr viele spezielle Hundegitter zur Auswahl. So eines kann auch dort nützlich sein, wo dein Welpe eigentlich sein darf, falls du ihn zeitweise an einem bestimmten Platz halten willst. Zum Beispiel außerhalb der Küche, während du beim Kochen bist oder außerhalb des Wohnzimmers, solange Besuch da ist usw.
  2. Stromkabel:
    Du übersiehst vielleicht unauffällig weggesteckte Kabel, aber dein kleiner, wuseliger Welpe findet sie bestimmt und könnte einen Stromschlag bekommen, wenn er sie durchkaut. Überall wo es möglich ist, solltest du sie höher, außerhalb seiner Reichweite verlegen und die übrigen durch Abdeckungen schützen. Aber behalte auch diese im Auge, weil sie trotzdem angenagt werden könnten. Durchgekaute Kabel bergen darüber hinaus ein Feuerrisiko für dein Haus.
  3. Schuhe und sonstige zerkaubare Dinge:
    Grundsätzlich ist in den Augen deines Welpen alles zum Kauen da. Schuhe, Kissen, Vorleger, Kinderspielzeug usw. Versuche, deinem Hund schon früh beizubringen, was seine Spielsachen sind, und was nicht. Das wird jedoch dauern und bis dahin solltest du erst einmal alles, was nicht zerfetzt werden darf außerhalb seiner Reichweite räumen.
  4. Reinigungsprodukte:
    Die sind hoffentlich bereits für ihn unsichtbar und unerreichbar verstaut, aber vergewissere dich lieber noch einmal. Chlorreiniger im Bad oder der Toilette stellen eine potenzielle Gefahr dar, ebenso wie die meisten anderen im Haushalt verwendeten Reinigungsprodukte.
  5. Medikamente:
    Genau wie bei den Reinigungsmitteln geht man davon aus, dass Medikamente gut aufgeräumt sind. Aber Hunde können sie auch in Handtaschen o.ä. ausfindig machen, bleibe also wachsam.
  6. Giftige menschliche Nahrungsmittel:
    Dieses Problem stellt sich vielleicht besonders zu besonderen Zeiten im Jahr wie Weihnachten oder Ostern, aber es gibt eine ganze Menge menschliche Nahrungsmittel, die für Hunde – und ganz besonders kleine Welpen – giftig sind. Kinder verteilen gerne Leckerli, sorge also dafür, dass sie Bescheid wissen und dem Welpen ausschließlich solche für Hunde geben, niemals für Menschen bestimmte Nahrungsmittel. Die wichtigsten Lebensmittel, vor denen man sich hüten muss, sind Schokolade, Trauben und Rosinen, alle Zwiebelartigen und Süßstoffe.
  7. Giftige Zimmerpflanzen:
    Vergewissere dich, dass du weißt welche Pflanzen du in deinem Haus stehen hast und ob sie für Hunde giftig sind. Entferne die betreffenden entweder oder sorge dafür, dass sie wirklich außerhalb seiner Reichweite sind.
  8. Feuer:
    Achte darauf, dass dein Welpe nicht in direkten Kontakt mit Heizgeräten wie Kaminen, Holzöfen oder Gasheizungen kommen kann.

Die wichtigsten Tipps, um dein Zuhause welpensicher zu machen

Genau wie drinnen, versuche auch draußen alles mit den Augen deines Welpen zu betrachten. Die größten Gefahrenquellen draußen sind:

  1. Fluchtwege:
    Dein Haus und Garten können viele Risiken bergen, aber die Welt außerhalb davon ist noch viel gefährlicher. Welpen sind in der Lage, sich durch kleinste Löcher und Spalten zu zwängen, daher solltest du deine Zäune und Hecken mit größter Sorgfalt welpensicher machen. Im Zweifelsfall ziehe in Betracht, eine Firma mit dem haustiersicheren Einzäunen deines Gartens zu beauftragen. Wenn du einen sehr kleinen Welpen hast, könntest du auch nur einen Teil des Gartens abtrennen, wie eine Art großen Laufstall für Hunde. Achte darauf, dass es dort Schatten und Wasser gibt.
  2. Unterstände:
    Am besten solltest du versuchen, immer mit deinem Welpen gemeinsam draußen zu sein. Aber falls das mal nicht der Fall ist, sorge dafür, dass er Schatten und Wasser hat und sich bei Regen unterstellen kann. Welpen können sehr schnell überhitzen und dehydrieren. Und andererseits auch ebenso schnell unterkühlen, wenn sie nass werden oder frieren oder beides.
  3. Giftige Zimmerpflanzen:
    Genau wie im Haus solltest du auch draußen darüber Bescheid wissen, was bei dir wächst und ob es bei Verzehr oder Berührung giftig ist.
  4. Wasser:
    Vielleicht hast du das Glück, im Besitz eines Pools oder Gartenteichs zu sein. Aber Wasser jeder Tiefe birgt auch eine Ertrinkungsgefahr, sogar ein Eimer, in dem sich Regenwasser angesammelt hat. Stelle sicher, dass sie entweder sicher abgedeckt sind oder immer jemand zum Überwachen da ist.
  5. Gartengeräte:
    Viele Gartengeräte sind scharf oder spitz oder beides! Sorge dafür, dass sie nicht draußen herumliegen, sondern sicher im Gartenhaus oder der Garage weggeräumt sind. Denk auch daran, dass manche von ihnen Strom- oder andere Kabel haben, die angekaut werden könnten.
  6. Chemicalien & Pestizide:
    Die meisten im Garten eingesetzten Mittel sind bei Verzehr gefährlich. Dazu zählen auch Farben, Teeröle und Unkrautvernichter. Zahlreiche Gartenliebhaber sind nicht gerade begeistert von den Tieren, die sich ebenfalls dort tummeln möchten. Viele Pestizide wie Schnecken- und Rattenköder können für Hunde sehr schnell tödlich sein. Am sichersten ist, sie gar nicht erst einzusetzen. Aber falls du es doch tust, sorge dafür, dass sie vollständig außerhalb der Reichweite eures neuen Familienmitglieds bleiben.

Diese Liste für drinnen und draußen mag erst einmal furchterregend wirken, aber Haus und Garten welpensicher zu machen, sollte eigentlich ein ziemlich einfacher Prozess sein. Versuche, vorausschauend zu planen, damit dir genügend Zeit bleibt, nochmal doppelt und dreifach zu überprüfen, ob du nichts vergessen hast. Und hole bei diesen Vorbereitungen auch alle anderen Haushaltsmitglieder mit ins Boot. Dabei könnt ihr euer Zuhause nicht nur sicher für den Neuankömmling machen, sondern darüber hinaus zu einem einladenden, gemütlichen Welpennest. Mehr darüber findest du in unserem Artikel mit der Welpen-Checkliste.

Häufig gestellte Fragen

Was sind die häufigsten Gefahren für Welpen im Haus?

Stromkabel, giftige Pflanzen, bestimmte menschliche Nahrungsmittel, Medikamente und Haushaltsprodukte.

Was sind die häufigsten Gefahren für Welpen im Haus?

Wasser wie Teiche und Pools, Chemikalien und Pestizide, Gartengeräte und giftige Pflanzen.

Kann ich mein Haus welpensicher machen ohne besondere Ausrüstung zu kaufen?

Das kommt auf die Beschaffenheit von deinem Haus und Garten an. Es kann sehr schwierig sein, einen großen, weitläufigen Garten ohne spezielle Haustierzäune welpensicher zu machen. Babygitter und Laufställe können nützlich sein, aber achte darauf, dass sie der Größe deines Welpen angemessen sind. Viele gefährliche Dinge lassen sich einfach außer Reichweite räumen.

Überprüft von Dr. Hein Meyer, DVM, PhD, Dipl-ECVIM-CA und Dr. Emma Milne BVSc FRCVS

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