Verstopfung bei Katzen ist ein recht häufiges Problem, von dem deine Katze hoffentlich nie betroffen sein wird. Wenn du jedoch die Anzeichen, Ursachen und vorbeugenden Maßnahmen gegen Verstopfung bei Katzen kennst, bist du gut vorbereitet, um bei Bedarf zu handeln.

Was ist Verstopfung bei Katzen?

Von Verstopfung spricht man, wenn der Kot den Verdauungstrakt langsamer als normal durchläuft und der Kotabsatz seltener erfolgt. Der Kot kann trocken und hart werden, was den Kotabsatz erschwert. Verstopfung kann verschiedene Ursachen haben, doch ganz gleich, woran sie liegt – sie ist niemals angenehm. Alle, die schon einmal ein ähnliches Problem hatten, werden das verstehen! Bessert sich die Verstopfung nicht von selbst oder bleibt unbehandelt, leidet deine Katze oft schon nach wenigen Tagen unter erheblichem Unwohlsein.

Es kann schwierig sein, zu erkennen, ob deine Katze Magenbeschwerden oder ein Verdauungsproblem hat, besonders wenn sie draußen ihr Geschäft macht, doch es gibt in der Regel einige Anzeichen, auf die du achten kannst. In diesem Artikel sehen wir uns diese Anzeichen an, welche Ursachen die Verstopfung deiner Katze haben kann und was du gemeinsam mit deinem Tierarztteam tun kannst, um ihr zu helfen.

Wie erkenne ich, ob meine Katze Verstopfung hat?

Es ist nicht immer leicht zu erkennen, ob das Verdauungssystem deiner Katze nicht so funktioniert, wie es sollte. Erbrechen und Durchfall sind oft leichter zu erkennen, Verstopfung hingegen kann viel schwieriger zu bemerken sein, insbesondere, wie bereits erwähnt, wenn deine Katze zum Urinieren und zur Verrichtung ihres Geschäfts nach draußen geht.

Mögliche Anzeichen für Verstopfung bei Katzen:

  1. Wenn deine Katze eine Katzentoilette benutzt, beobachte Veränderungen in der Häufigkeit und Konsistenz. Wenn du plötzlich bemerkst, dass du die Katzentoilette nicht mehr so oft leeren musst, oder wenn der Kot in Größe oder Aussehen anders wirkt (hart oder bröckelig), könnte das ein Anzeichen dafür sein, dass sich eine Verstopfung entwickelt.
  2. Achte auf Anspannung oder Lautäußerungen. Wenn deine Katze schreit oder erfolglos sehr viel Zeit am Katzenklo verbringt, solltest du so schnell wie möglich deine:n Tierärzt:in aufsuchen. Dies könnte ein Anzeichen für Verstopfung sein, die behandelt werden muss, oder es könnte ein Anzeichen für ein Harnwegsproblem sein, wie beispielsweise eine Blasenentzündung oder eine Harnwegsobstruktion, was einen medizinischen Notfall darstellt.
  3. Achte darauf, ob deine Katze am falschen Ort Kot absetzt. Wenn deine Katze Schmerzen hat, die Katzentoilette nicht erreicht oder meidet oder nur ungern nach draußen geht, um Kot abzusetzen, könnte sie Verstopfung haben.
  4. Allgemeines Unwohlsein. Verstopfung kann Katzen großes Unbehagen bereiten, genau wie bei uns. Manchmal ist das einzige Anzeichen dafür, dass deine Katze Verstopfung hat, dass sie irgendwie nicht ganz sie selbst zu sein scheint. Sie wirkt vielleicht lethargisch und zeigt kein Interesse am Spielen oder an Gesellschaft. Möglicherweise frisst sie auch nicht mehr, weil sie sich nicht wohlfühlt.

Häufige Ursachen für Verstopfung bei Katzen

Es gibt mehrere Faktoren, die bei Katzen Verstopfung verursachen können. Die Hauptursachen für Verstopfung bei Katzen sind:

  • Dehydrierung
  • Verschlucken von Fell
  • Übergewicht und Bewegungsmangel.
  • Verletzungen und Schmerzen.
  • Tumorerkrankungen
  • Nervenprobleme
  • Grunderkrankungen
  • Fremdkörper.

Sehen wir uns diese Punkte einmal genauer an:

Dehydrierung

Katzen haben sich aus Vorfahren entwickelt, die in heißen, wüstenähnlichen Gegenden lebten, deshalb sind sie sehr gut darin, das Wasser in ihrem Körper zu speichern. Daher neigen sie dazu, wenig zu trinken, was zu Dehydrierung und trockenerem Kot führen kann.

Dies ist sogar noch wahrscheinlicher in Situationen wie einem Haushalt, in dem mehrere Katzen leben und eine Katze möglicherweise keinen gleichberechtigten Zugang zu Futter und Wasser hat. Um sicherzustellen, dass deine Katze ausreichend Wasser zu sich nimmt, platziere mehrere Wassernäpfe im Haus, sodass sie freien Zugang zu Wasser hat, egal wo sie ist. Stelle zumindest sicher, dass es einen Wassernapf mehr als Anzahl an Katzen im Haushalt gibt.  Viele Katzen trinken gerne fließendes Wasser, daher können Katzenbrunnen eine hervorragende Möglichkeit sein, deine Katze mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen.

Wenn du deiner Katze Nassfutter gibst, zum Beispiel aus Beuteln oder Dosen, kann das eine gute Möglichkeit sein, sicherzustellen, dass sie ausreichend Flüssigkeit aufnimmt. Wenn Nassfutter zu teuer ist, kannst du auch ausprobieren, ob deine Katze Trockenfutter frisst, das vor dem Füttern in warmem Wasser eingeweicht wurde. Manche Katzen mögen diese Konsistenz nicht, andere lieben sie jedoch sehr.

Haare verschlucken

Katzen lieben es, ihr Fell zu pflegen und verbringen etwa 30–40 % ihrer Zeit mit dieser wichtigen Beschäftigung. Es ist völlig normal, dass Katzen beim Putzen Haare verschlucken, und diese werden in der Regel ohne Probleme ausgeschieden. Langhaarige Katzen und Katzen, die sich beispielsweise aufgrund von Stress übermäßig putzen, verschlucken jedoch möglicherweise mehr als üblich. Während manche Katzen, die viel Fell verschlucken, Haarballen erbrechen, können andere unter Verstopfung leiden.

Übergewicht und Bewegungsmangel.

Übergewicht und Bewegungsmangel sind wichtige Ursachen für Verstopfung bei Katzen. Bewegung regt die Darmtätigkeit an. Bei übergewichtigen Katzen kann überschüssiges Bauchfett den Darm einengen und den Kotabsatz erschweren.

Verletzungen und Schmerzen.

Verletzungen wie Beckenbrüche können die Passage, in der der Dickdarm sitzt, physisch verengen und der Katze den Kotabsatz erschweren. Wenn Katzen älter werden und ihre Gelenke steifer und arthritisch werden, kann das Hocken für sie schmerzhaft sein. Möglicherweise haben sie weniger Kotabsatz, wodurch der Kot austrocknet und sich nur schwer ausscheiden lässt.

Tumorerkrankungen

Manche Tumore im Darmbereich können den Kotabsatz behindern, indem sie entweder von außen gegen den Darm drücken oder im Inneren Platz einnehmen.

Nervenprobleme

Der Darminhalt wird durch wellenförmige Muskelkontraktionen, die sogenannte Peristaltik, von einem Ende zum anderen bewegt. Das geschieht automatisch, ohne darüber nachdenken zu müssen. Einige Katzen haben Nervenprobleme, die dies behindern können. Manche Katzenrassen, wie Siamkatzen, neigen vermehrt dazu. Dies kann zu einem sogenannten Megakolon führen, bei dem der Dickdarm sehr schlaff und gedehnt wird.

Fremdkörper

Dies ist in der Regel eher ein Problem für Hunde, die dazu neigen, alles Mögliche zu fressen, kann aber auch bei Katzen vorkommen. Beispielsweise könnten sie einen Vogel gefressen haben, einschließlich der Knochen, die sich im Rektum festsetzen können.

Grunderkrankungen

Einige andere Krankheiten, wie Nierenerkrankungen, können Dehydrierung verursachen, was zu Verstopfung führen kann.  Jede Erkrankung, durch die sich deine Katze unwohl fühlt, kann dazu führen, dass sie seltener auf die Toilette geht. Dadurch kann der Kot verhärten.

Wann du bei Verstopfung bei Katzen eine Tierarztpraxis aufsuchen solltest und wie sie behandelt wird.

Viele Tiere, darunter auch Katzen, können gelegentlich einmalig Verstopfung haben. Oft löst sich das Problem von selbst und alles normalisiert sich wieder. Achte vor allem auf Blut im Kot, übermäßiges Pressen sowie Schmerzen oder Lautäußerungen. Achte auch darauf, ob sich die Verstopfung deiner Katze nicht innerhalb von 48 Stunden bessert.

Die Behandlung der Verstopfung deiner Katze hängt von der Ursache ab. Dein:e Tierärzt:in verabreicht ihr möglicherweise einfach in der Praxis einen abführenden Einlauf, um zu sehen, ob der Kotabsatz dadurch angeregt wird. Manchmal erhältst du auch Medikamente zur Anregung der Darmtätigkeit und orale Abführmittel.

Wenn diese Maßnahmen den Kotabsatz nicht anregen oder die Verstopfung erneut auftritt, möchte dein:e Tierärzt:in deine Katze möglicherweise sedieren oder narkotisieren, um bildgebend nach Ursachen wie Tumoren oder Problemen im Beckenbereich zu suchen und einen vollständigen Einlauf durchzuführen.

Bei chronischen Fällen, wie zum Beispiel einem Megakolon, empfiehlt dein:e Tierärzt:in möglicherweise ein spezielles veterinärmedizinisches Futter. Dabei kann es sich um ein Futter mit hohem Fasergehalt handeln, das hilft, die Kontraktionen des Dickdarms deiner Katze anzuregen. Wenn deine Katze hingegen aus irgendeinem Grund einen engen Beckenkanal hat oder an einem Megakolon im Endstadium leidet, bei dem der Darm so stark geschädigt ist, dass er Kot nicht mehr ausscheiden kann, wird möglicherweise ein Futter mit sehr niedrigem Fasergehalt empfohlen, um möglichst kleine Kotmengen zu erzeugen.

Kann ich Verstopfung bei meiner Katze vorbeugen?

Auch wenn wir keinen Einfluss darauf haben, ob unsere Tiere eine Nervenerkrankung oder eine andere Krankheit entwickeln, die bei Katzen zu Verstopfung führen kann, gibt es einige Dinge, die du tun kannst, um vorzubeugen. Einige dieser Tipps können als Hausmittel eingesetzt werden und deiner Katze bei leichter Verstopfung helfen oder als vorbeugende Maßnahmen dienen.

  • Achte stets darauf, dass deine Katze schlank und so aktiv wie möglich bleibt. Bewegung wirkt sich sehr anregend auf die Darmtätigkeit aus. Spielen, Bewegung fördern und Katzen Zugang ins Freie gewähren sind hervorragende Möglichkeiten, um ihre Verdauung in Schwung zu halten und ihre Gesundheit zu fördern.
  • Futter. Sprich mit deiner Tierarztpraxis über das beste Futter für deine Katze. 
  • Achte darauf, dass deine Katze ausreichend Flüssigkeit aufnimmt. Gib ihr nach Möglichkeit Nassfutter oder probiere aus, ob sie in warmem Wasser eingeweichtes Trockenfutter frisst. Stelle im Haus und im Garten viele Wassernäpfe mit frischem, sauberem Wasser auf. So muss deine Katze nie weit laufen, um etwas zu trinken. Trinkbrunnen regen viele Katzen zum Trinken an, da sie fließendes Wasser mögen.

Hoffentlich geht deine Katze mit einer gesunden Verdauung durchs Leben. Wenn du dir jedoch Sorgen machst, dass ein Problem vorliegen könnte, sprich immer mit deiner Tierarztpraxis. Dort ist man lieber auf der sicheren Seite und erkennt ein Problem, bevor es zu ernst wird. Vielleicht ist nur eine einfache Futterumstellung nötig, damit deine Katze Futter mit höherem Fasergehalt oder mehr Feuchtigkeit erhält. Wenn jedoch eine zugrunde liegende Erkrankung vorliegt, ist es umso besser, je früher du es herausfindest.

Häufig gestellte Fragen zur Verstopfung bei Katzen

Wie erkenne ich, ob meine Katze Verstopfung hat?

Achte auf Schwierigkeiten beim Kotabsatz, Schreien und Lautäußerungen in der Katzentoilette, Kotabsatz in der Wohnung sowie allgemeines Unwohlsein und Lethargie.

Kann ich Verstopfung bei meiner Katze zu Hause behandeln?

Wenn die Verstopfung deiner Katze leicht ist, können Spielen und eine höhere Wasseraufnahme helfen, den Kotabsatz wieder anzuregen. Falls nicht, solltest du am besten eine Tierarztpraxis aufsuchen.

Verursacht Trockenfutter bei Katzen Verstopfung?

Nein. Viele Katzen fressen ihr ganzes Leben lang Trockenfutter und leiden nie unter Verstopfung. Wenn deine Katze jedoch zu Dehydrierung oder Verstopfung neigt, ist Nassfutter eine gute Möglichkeit, ihr zusätzliche Flüssigkeit zu geben. Du kannst auch ausprobieren, ob sie ihr Trockenfutter frisst, wenn es in warmem Wasser eingeweicht wurde. Manche Katzen mögen die Konsistenz, andere nicht.

Wann stellt Verstopfung bei Katzen einen Notfall dar?

Wenn deine Katze vor Schmerzen schreit oder Blut im Kot hat oder wenn die Verstopfung länger als 48 Stunden anhält, solltest du so schnell wie möglich eine Tierarztpraxis aufsuchen. Wenn du auch nur den geringsten Verdacht hast, dass die Blase deiner Katze blockiert sein könnte und es sich nicht um Verstopfung handelt, ist das ein medizinischer Notfall.

Wie kann ich Verstopfung bei meiner Katze vorbeugen?

Halte deine Katze schlank und aktiv, achte darauf, dass sie ausreichend Flüssigkeit aufnimmt, und frage deine Tierarztpraxis nach dem besten Futter für deine Katze.

Überprüft von Becky Mullis, DVM, DACVIM (Ernährung), und Emma Milne, BVSc FRCVS.

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