Warum sieht mein Hund so traurig aus?

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Die Beziehung zu Ihrem Hund ist etwas ganz Besonderes – er bringt Ihnen Freude, Trost und Gesellschaft und scheint irgendwie immer aufmerksamer zu sein, wenn Sie traurig oder krank sind. Als liebevolle Hundeeltern möchten Sie Ihrem geliebten Haustier dieselbe Intuition bieten und denselben Trost spenden.

Warum sehen Hunde traurig aus?

Sie fragen sich vielleicht, ob Sie Ihren Hund vermenschlichen oder ob er tatsächlich traurig ist, wenn er Sie mit großen Augen und gerunzelter Stirn ansieht. Noch wichtiger ist, dass Sie sich fragen, ob ihr trauriger Blick ein Zeichen für ein körperliches oder psychisches Problem sein könnte? Lesen Sie weiter, um Antworten zu finden.

Warum sehen Hunde traurig aus?

Forscher haben versucht herauszufinden, was Hunde dazu veranlasst, den traurigen Welpenblick aufzusetzen, für den sie bekannt sind. Eine in Scientific Reports veröffentlichte Studie ergab, dass Hunde ihre Mimik als Reaktion auf menschliche Aufmerksamkeit verändern. Die Forscher beobachteten 24 Familienhunde verschiedenen Alters und verschiedener Rassen und ihre Reaktionen auf vier verschiedene Szenarien: menschliche Aufmerksamkeit mit Futter, menschliche Aufmerksamkeit ohne Futter, keine menschliche Aufmerksamkeit mit Futter und keine menschliche Aufmerksamkeit ohne Futter. Während das Futter keinen Einfluss auf die Mimik der Hunde hatte, stellten die Forscher fest, dass die Hunde ausdrucksstärker waren, wenn ihnen ein Mensch gegenüberstand. In diesen Situationen zogen die Hunde eher die innere Augenbraue hoch, wodurch sie traurig und kindlicher wirkten.

Weitere Untersuchungen, die in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurden, befassten sich eingehender mit der Mimik von Hunden. Die Forscher wiesen nach, dass die Gesichtsmuskeln, die den Hunden den traurigen Welpenblick ermöglichen, im Laufe der 33 000 Jahre dauernden Domestizierung vom Wolf zu den liebenswerten Haustieren, die sie heute sind, ausgeprägter wurden, was auf die Vorliebe des Menschen für diese Eigenschaft zurückzuführen ist.

Wenn Sie sich also fragen, warum Ihr Hund traurig aussieht, tröstet es Sie womöglich, dass der sehnsüchtige Blick in den Augen Ihres Hundes vielleicht gar keine Traurigkeit ist. Es kann einfach nur sein, dass er versucht, Ihre Aufmerksamkeit zu erlangen oder Sie davon zu überzeugen, dass Sie ihm vor fünf Minuten auf keinen Fall sein Abendessen gegeben haben.

Ein trauriger braun-weißer Hund mit türkisfarbenen Augen schaut nach oben.

Woran erkenne ich, ob mein Hund depressiv ist?

Dennoch sind Depressionen bei Hunden Realität. Auch wenn sie nicht in der Lage sind, uns dies mitzuteilen, so ist doch klar, dass Hunde ein breites Spektrum an Emotionen empfinden können, zu denen auch negative Emotionen wie Angst und Furcht gehören. Wenn Sie bei Ihrem Hund eines der folgenden Symptome feststellen:

  • Eine Veränderung des Appetits
  • Übermäßiges Lecken, insbesondere an den Pfoten
  • Desinteresse oder Verlust des Interesses an Spaziergängen, Spielstunden und/oder anderen früher geliebten Beschäftigungen
  • Schlechter Schlaf oder gestörter Schlafrhythmus
  • Übermäßige Anhänglichkeit an Sie oder ein anderes Familienmitglied
  • Plötzliche destruktive Verhaltensweisen
  • Veränderungen in den Beziehungen zu anderen Menschen oder Haustieren im Haushalt

Es kann ein Anzeichen dafür sein, dass Ihr Hund Schmerzen hat, sich nicht wohl fühlt oder negative Gefühle empfindet. Wenn Sie eines dieser Anzeichen bemerken, sollten Sie sich an Ihre Tierärztin bzw. Ihren Tierarzt wenden. Manche Hunde zeigen Verhaltensweisen, die darauf hindeuten, dass sie Trauer empfinden, wenn eine enge Bezugsperson stirbt oder nicht mehr da ist.

Hunde sind sehr empfänglich für die Körpersprache und die Stimmungen des Menschen und können unsere Traurigkeit nach dem Verlust eines besonderen Menschen annehmen. Wenn Ihr Haustier Ihre Traurigkeit spürt, ist es möglich, dass Sie sich um sich selbst kümmern sollten. Um sicherzustellen, dass Sie sich bestmöglich um Ihr Haustier kümmern, müssen Sie sich auch für sich selbst sorgen.

Hunde können auch aus anderen Gründen gestresst und deprimiert sein, z.B. wenn sich ihr Zuhause oder ihre Lebenssituation stark verändert. Wenn Sie in letzter Zeit eine neue Aufgabe übernommen haben und weniger Zeit für Bewegung, Spiel oder Interaktion mit Ihrem Hund haben, könnte dies zu Langeweile oder Frustration führen.

Warum sieht mein Hund so traurig aus?

Die großen Welpenaugen Ihres Hundes geben Ihnen vielleicht das Gefühl, etwas Entscheidendes zu übersehen, aber noch wichtiger ist es, Veränderungen im Verhalten Ihres Hundes zu bemerken und Ihre Tierärztin bzw. Ihren Tierarzt oder eine:n Hundeverhaltenstherapeut:in zu konsultieren, wenn Sie sich Sorgen machen. (Erfahren Sie mehr über Tierärzt:innen für Verhaltensforschung und Tierverhaltenstherapeut:innen .)

Einer der wichtigsten Faktoren für die emotionale Gesundheit Ihres Hundes ist die Bindung zwischen Ihnen beiden. Finden Sie Dinge, die Sie und Ihr Haustier gerne tun, und nehmen Sie sich jeden Tag Zeit dafür. Wenn Sie ausreichend Zeit für Spiel, Bewegung und Kuscheln einplanen, können Sie sicherstellen, dass Sie alles tun, um Ihren Hund glücklich zu machen.       

Biographie der Autorin

Erin Ollila

Erin Ollila

Erin Ollila ist eine Tierliebhaberin, die an die Macht der Worte glaubt und daran, wie eine Botschaft ihr Zielpublikum informieren – und sogar verändern – kann. Sie schloss ihr Studium an der Fairfield University mit einem Master of Arts in kreativem Schreiben ab. Folgen Sie ihr auf Instagram @ErinOllila oder erfahren Sie mehr über sie unter http://erinollila.com.

 

Überprüft von Dr Aileen Pypers

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