Was ist bei der Adoption einer Katze aus einem Tierheim zu beachten?

Veröffentlicht von Jeanne Grunert
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Wenn Du eine Katze adoptierst, gewinnst Du nicht nur einen neuen Freund, sondern Du rettest auch ihr Leben. Laut der Süddeutschen Zeitung werden im Moment besonders viele Tiere im Tierheim abgegeben. Dies ist vermutlich auf das Ende der COVID-19-Maßnahmen zurückzuführen. Bei so vielen wundervollen Katzen, die im Tierheim leben, ist es sinnvoll, eine Katze von dort zu holen.

Wo Du eine gerettete Katze adoptieren kannst

Es gibt viele Möglichkeiten, eine gerettete Katze zu adoptieren. Beim Tierschutzbund und Ein Herz für Tiere findest Du mehr Informationen über die Adoption einer Katze aus dem Tierheim. Deine neue Katze wird in der Regel vor der Adoption geimpft, mit einem Mikrochip versehen und kastriert, oder diese Leistungen werden gegen eine geringe Gebühr angeboten. Du kannst auch die Datenbank des Tierschutzbunds durchsuchen, um Tierheime in Deiner Nähe zu finden.

Jede Einrichtung legt ihre eigenen Adoptionsrichtlinien und Gebühren fest. Erkundige Dich also bei Deinem örtlichen Tierheim, wie Du eine Katze adoptieren kannst und was Du tun musst, bevor Du sie mit nach Hause nimmst.

Sind Katzen aus dem Tierheim Problemkatzen?

Nein! Während einige Katzen aufgrund von Verhaltensproblemen abgegeben werden, landen auch viele Katzen in Tierheimen, die keine Probleme haben. Meistens liegt das Problem bei den ehemaligen Besitzer:innen. Es kann sein, dass sich die Umstände geändert haben, so dass sie sich nicht mehr um die Katze kümmern können, z. B. wenn sie in ein neues Haus ziehen, in dem Katzen nicht erlaubt sind oder wenn jemand allergisch auf Katzen ist. Krankheit oder der Tod einer Besitzerin oder eines Besitzers sind weitere unglückliche Gründe, warum eine Katze im Tierheim landet. Die meisten Tierheime geben gerne Auskunft darüber, warum eine bestimmte Katze zur Adoption freigegeben wurde, und können Dir Ratschläge geben, wie Du ein potenzielles Haustier am besten in Dein Zuhause integrieren kannst.

Warum aus einem Tierheim adoptieren?

Katzen, die ein neues Zuhause brauchen, sind oft die perfekte Wahl für Ersttierhalter:innen. Die meisten dieser Katzen haben bereits drinnen gelebt und kennen daher die Abläufe in einem Haushalt. Tierheime haben oft auch viele verschiedene Katzen, so dass Du die perfekte Katze für Dich finden kannst.

Ein weiterer großer Vorteil der Adoption einer erwachsenen Katze aus einem Tierheim besteht darin, dass Du weißt, was Du erwarten kannst, oder zumindest, was eine bestimmte Katze in der Vergangenheit erlebt hat. Die meisten Tierheime achten auf das Temperament ihrer Katzen und führen Aufzeichnungen über die Hintergründe der abgegebenen Tiere. Anhand dieser Informationen können sie Dir bei der Suche nach der besten Katze helfen.

Finde Dein Match

Bei der Suche nach einer großartigen Katze aus dem Tierheim sollte eine Katze, die am besten zu Deinem Zuhause, Deiner Familie und Deinem Lebensstil passt, die oberste Priorität sein. Seriöse Tierheime nehmen nur gesunde Tiere auf, auch wenn einige von ihnen besondere Bedürfnisse haben, wie z. B. ein spezielles Futter, tägliche Medikamente oder Veränderungen im Haushalt. Kläre dies unbedingt mit den Mitarbeiter:innen des Tierheims, bevor Du Dich in eine Katze verliebst, die Du möglicherweise nicht optimal versorgen kannst.

Verbringe etwas Zeit mit den Katzen, damit Du ein Gefühl für ihre individuellen Persönlichkeiten erhältst. Beachte den Rat von Mitarbeiter:innen des Tierheims und von Freiwilligen, die viel Zeit mit den Katzen verbracht haben.

Der Adoptionsprozess

Jedes Tierheim hat ein anderes Verfahren für die Adoption von Katzen. Informiere Dich vor Deinem Besuch auf der entsprechenden Website (oder rufe dort an). Die folgenden Schritte sind recht häufig:

  1. Einige Tierheime verlangen Formulare, die den Namen der Tierärztin oder des Tierarztes, mit Telefonnummer und Referenzen enthalten. Finde eine Tierarztpraxis in Deiner Nähe, noch bevor Du Dich an das Tierheim wendest, damit Du diese Informationen schon zur Hand hast.
  2. Oft werden die verfügbaren Katzen auf der Website des Tierheims vorgestellt. Wenn Du dort eine Katze siehst, die Dir gefällt, rufe vorher an, um sicherzugehen, dass sie noch dort lebt.
  3. Vereinbare einen Termin, um das Tierheim zu besuchen und die Katze kennenzulernen.
  4. Bringe einen Ausweis mit. Es gibt eine Adoptionsgebühr, die Du bezahlen musst.
  5. Einige Tierheime bieten einen einfachen Pappkarton an, in dem Du Deine Katze mit nach Hause nehmen kannst, aber wenn Du eine eigene Katzentransportbox hast, bringe sie mit. Katzen sollten immer in einem stabilen Transportbehälter mitfahren, damit sie sicher sind.
  6. Einige Tierheime haben eine Wartezeit von 24 Stunden, so dass Du die Katze möglicherweise nicht sofort mit nach Hause nehmen kannst. Denke daran, dass Du so Zeit hast, über Deine Entscheidung nachzudenken, und dass das Tierheim Zeit hat, zu überprüfen, ob Du ein:e zuverlässige:r Besitzer:in bist.
  7. Möglicherweise wirst Du aufgefordert, einen Adoptionsvertrag zu unterschreiben, in dem die Bedingungen festgelegt sind, unter denen Du die Katze behalten darfst. So kann beispielsweise verlangt werden, dass die Katze kastriert wird und ihre Impfungen auf dem neuesten Stand sind. Du kannst auch gebeten werden, die Katze ins Tierheim zurückzubringen, wenn Du sie aus irgendeinem Grund wieder weggeben musst.
  8. Bringe Deine Katze nach Hause. Stelle eine Katzentoilette, eine Futter- und eine Wasserschüssel in nur einem Raum auf. Es ist hilfreich, die Katze in den ersten Tagen auf einen Bereich des Hauses zu beschränken, bis sie sich an die Umgebung gewöhnt hat. Biete ihr reichlich Spielzeug und Versteckmöglichkeiten an, z. B. eine Pappschachtel mit weicher Unterlage.

Informiere Dich vorher über die Kosten

Die Anschaffung einer Katze ist eine große Verpflichtung. Als Besitzer:in und Betreuer:in der Katze bist Du für ihr Wohlergehen für den Rest ihres Lebens verantwortlich. Sich über die Kosten und den Zeitaufwand für die Haltung einer Katze zu informieren, ist ein wichtiger Teil des Adoptionsprozesses.

Die erste Investition sind die Adoptionsgebühren. Sie liegen zwischen 25 und 150 Euro. Je nach Tierheim deckt dieser Betrag die Kastration, das Mikrochippen und/oder die Impfung der Katze. Bei einigen Tierheimen musst Du für diese Leistungen allerdings separat bezahlen oder sie selbst organisieren. Die folgenden Angaben sind eine grobe Schätzung der Kosten, die zu erwarten sind, aber es ist ratsam, sich mit Tierärzt:innen in Deiner Nähe in Verbindung zu setzen, um ein genaueres Bild zu erhalten:

  • Kastration: 85–200 Euro.
  • Impfungen: 80–140 Euro.
  • Mikrochippen: ungefähr 30 Euro.

Rechne für die routinemäßige Gesundheitspflege im Jahr etwa 150 Euro. Dazu gehören Flohbehandlungen, Wurmkuren, Auffrischungsimpfungen und ein jährlicher Besuch in der Tierarztpraxis. Rechne außerdem mit rund 15 bis 45 Euro für eine Katzenkrankenversicherung, die unerwartete Unfälle, Verletzungen oder Krankheiten abdeckt.

Für den Alltag

Qualitativ hochwertiges Katzenfutter liefert alle Nährstoffe, die Deine Katze braucht, um gesund zu bleiben. Je nach Größe, Rasse, Alter und Gesundheitszustand Deiner Katze musst Du mit Futterkosten von 7 bis 100 Euro pro Monat rechnen. Möglicherweise musst Du auch Futter- und Wassernäpfe für einmalige Kosten von 10 bis 20 Euro kaufen.

Andere wichtige Dinge sind Streu, Spielzeug und ein Bett. Es kommen folgende Ausgaben zusammen:

  • Katzenstreu: ca. 10 Euro im Monat.
  • Katzentoilette: ca. 10 Euro.
  • Katzenbett: ab ca. 15 Euro.
  • Transportbox: ca. 10 Euro.
  • Katzenspielzeug: ca. 50 Euro.
  • Kratzbaum: ab ca. 10 Euro.

Fellpflege

Katzen pflegen sich normalerweise selbst, aber regelmäßiges Bürsten des Fells hilft, die Menge der verschluckten Haare zu reduzieren, die zu Haarballen führen können. Eine qualitativ hochwertige Bürste ist für etwa 10 Euro zu haben. Langhaarige Katzen brauchen möglicherweise regelmäßige Pflegetermine bei einer Fachperson, damit ihr Fell weich bleibt und nicht verfilzt.

Die Preise für die Fellpflege beginnen bei etwa 20 Euro, je nach Größe und Rasse der Katze und Deinem Wohnort.

Außerdem musst Du die Krallen Deiner Katze regelmäßig schneiden, damit sie nicht an Dir, am Teppich oder am Sofa hängen bleibt (Du weißt ja, wie gerne Katzen im Teppich wühlen!).

Wie zeitaufwändig ist eine Katze? Mit einer Katze musst Du nicht Gassi gehen, Du solltest Dich aber darauf freuen, jeden Tag viel Zeit mit ihr zu verbringen. Pflegen, spielen, füttern und einfach die Zeit mit ihr genießen – das ist wichtig, um eine besondere Beziehung zu Deinem neuen Familienmitglied aufzubauen.

Katzen bieten Gesellschaft, Zuneigung und Spaß, und sie verlangen nur wenig dafür. Also, adoptiere eine Katze aus dem Tierheim. Wie man so schön sagt, könnte dies der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein.

Biographie der Autorin

Jeanne Grunert Bio Foto

Jeanne Grunert

Jeanne Grunert ist freiberufliche Schriftstellerin, Bloggerin und Buchautorin. Sie hat sechs adoptierte Katzen und einen adoptierten Hund und schreibt ausgiebig über Haustierpflege, Gartenarbeit und andere Lifestyle-Themen. Erfahre mehr über Jeanne und ihr Schreiben auf ihrer Autoren-Website.

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