Warum schreit mein Kätzchen? (Und was Du tun kannst, damit es aufhört)

Veröffentlicht von Christine O'Brien
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Herzlichen Glückwunsch zur Adoption Deines Kätzchens! Während sich Dein neues Kätzchen bei Dir zuhause einlebt, fällt Dir vielleicht auf, dass es Geräusche macht, die fast so klingen, als würde es weinen. Das Schreien eines Babykätzchens klingt wirklich traurig. Lies weiter, um zu erfahren, wieso Kätzchen schreien und wie Du einem weinenden Kätzchen helfen kannst.

Wieso Kätzchen schreien

Ihr Kätzchen kommuniziert mit Dir über seine Stimme – genau wie ein menschliches Baby. Ein schreiendes Kätzchen sagt Dir, dass es etwas braucht, und zwar schnell. Dieses Verhalten wird Deine Katze ihr Leben lang beibehalten, weil es eine wirkungsvolle Möglichkeit ist, Deine Aufmerksamkeit zu bekommen.

Ein kleines Kätzchen in einem Korb gibt ein kleines Miau von sich.

Ein ansonsten gesundes Kätzchen schreit, weil es etwas braucht, zum Beispiel:

  • Futter

  • Wärme

  • Zuwendung

  • Spielen

  • Emotionalen Trost

Ein gelangweiltes Kätzchen ist (potenziell) ein Schlitzohr – sorge also dafür, dass es beschäftigt bleibt! Das tägliche Spiel mit Deinem Kätzchen und Abwechslung halten es geistig und körperlich gesund.

Wie Du ein schreiendes Kätzchen beruhigst

Um herauszufinden, wieso Dein Kätzchen schreit, musst Du seine Entwicklungs- und Ernährungsbedürfnisse in den ersten Lebensmonaten kennen. Hier sind einige häufige Gründe, wieso Kätzchen in verschiedenen Entwicklungsstufen schreien, und wie Du Dein Kätzchen beruhigen kannst.

Neugeboren bis 8 Wochen

Neugeborene Kätzchen sind blind und taub. Daher ist es laut der Deutschen Familienversicherung in den ersten Lebenswochen normal, das Kätzchen schreien oder miauen zu hören. Bis zum Alter von 8 Wochen bleiben Kätzchen normalerweise bei ihrer Mutter, um gesäugt und umkümmert zu werden. Der Entwöhnungsprozess beginnt üblicherweise nach etwa 4 Wochen und dauert 2-4 Wochen. Während der Entwöhnung kann es sein, dass das Kätzchen schreit, weil es Hunger hat und seine Mutter nicht in der Nähe ist, um es zu säugen. Wenn Du ein Kätzchen hast, dass jünger als 8 Wochen ist, und die Mutter nicht da ist, musst du aktiv werden.

Was zu tun ist: Wenn Du Dein Kätzchen mit der Flasche aufziehen musst, solltest Du ihm einen speziell für Kätzchen entwickelten Muttermilchersatz geben. Kuhmilch sollte es laut AniCura nicht trinken. Diese besitzt eine andere Nährstoffzusammensetzung und kann Deinem Kätzchen tatsächlich schaden. Außerhalb der Fütterungszeiten sollten Katzenbabys bis zum Alter von 4 Wochen in einer Katzenbox oder einer anderen sicheren Box mit genügend Decken oder Handtüchern bleiben, um warm zu bleiben. Ein speziell für Kätzchen entwickeltes Wärmekissen kann ebenfalls gute Dienste leisten.

8 Wochen bis 6 Monate

Die Milchzähne beginnen bei Kätzchen nach etwa 3 Wochen durchzubrechen und werden etwa um den 3. Lebensmonat durch die bleibenden Zähne ersetzt. Das Zahnwachstum kann laut Tiermedizinportal bei Katzen - genau wie bei Kindern - Schmerzen verursachen, in der Regel treten jedoch selten Probleme auf. Zur Linderung von Beschwerden kauen die meisten Kätzchen auf Dingen herum, aber sie können auch mehr schreien als sonst. Wenn das Schreien von rotem, geschwollenen Zahnfleisch mit Absonderungen begleitet wird oder Dein Kätzchen sich häufig die Schnauze reibt, solltest Du direkt tierärztlichen Rat einholen – Dein Kätzchen braucht möglicherweise eine Behandlung.

Was zu tun ist: Gib Deinem Kätzchen katzensicheres Kauspielzeug, auf dem es herumkauen kann. Verwende einen kalten, nassen Waschlappen, um das Zahnfleisch Deines Kätzchens sanft abzuwischen. So gewöhnst Du Deine Katze auch daran, dass Du in ihren Mund fasst, wodurch es später leichter wird, ihr die Zähne zu putzen. Stelle aber sicher, dass es für Deine Katze angenehm ist. Dein Kätzchen sollte damit, dass du Deine Finger in seinen Mund steckst, keine Schmerzen oder Unwohlsein in Verbindung bringen.

Dein Kätzchen lernt schnell, dass Du sein Ernährer bist. Es könnte daher beginnen, zu den Futterzeiten, wenn Du den Schrank mit seinem Futter öffnest oder wenn Du einfach nur in den Raum gehst, wo das Futter aufbewahrt wird, zu schreien. Manche Leute lieben es, mit ihren Katzen zu reden und ganze "Gespräche zu führen", während andere ein ruhigeres Kätzchen bevorzugen.

Was zu tun ist: Wenn Du gerne eine gesprächige Katze hast, musst Du nicht viel tun. Wenn Du das Stimmverhalten Deines Kätzchens beeinflussen möchtest, kannst Du ausnutzen, dass es sehr schnell neue Dinge lernt. Du kannst Deiner Katze beibringen, zu kommen, wenn Du mit dem Futterbehälter raschelst, oder auch gerne in die Katzenbox zu gehen.

6 Monate bis Erwachsenenalter

Wenn sich Dein jugendliches Kätzchen dem Erwachsenenalter annähert, entwickelt sich sein Gehirn und sein Körper immer noch weiter. Wenn Deine Katze schließlich seine ausgewachsene Größe erreicht, musst du ggf. das Katzenklo austauschen. Wenn Du bemerkst, dass Dein Liebling vor, während oder nach der Benutzung des Katzenklos schreit, kann dies auf Schmerzen beim Urinieren oder Kotabsatz zurückzuführen sein.

Was zu tun ist: Wenn Deine Katze oder Dein Kätzchen im Katzenklo unruhig ist, solltest Du es als erstes tierärztlich untersuchen lassen. Wir empfehlen jedoch in jedem Fall, auch wenn keine solchen Probleme vorliegen, einen sicheren, sauberen und bequemen Ort für Deine Katze zu schaffen, an dem sie die Toilette benutzen kann. Überprüfe, ob das Katzenklo groß genug für Deine Katze ist und ob sie das Streu mag. Das Katzenklo sollte etwa 1,5-Mal so lang sein wie Dein Stubentiger und leicht zu betreten und zu verlassen sein. Reinige das Streu täglich und halte den Bereich sauber und ordentlich.

Wann sollte ich die Tierärztin bzw. den Tierarzt aufsuchen?

Wenn Dein Kätzchen nicht aufhört, zu schreien, oder wenn Dir weitere Anzeichen von Unwohlsein wie Durchfall, Erbrechen, Lethargie, verminderter Appetit oder übermäßiges Putzen auffallen, sprich mit Deiner Tierärztin bzw. Deinem Tierarzt oder dem tierärztlichen Notdienst.

Mit der Entwicklung Deines Kätzchens zu einem ausgelassenen jungen Erwachsenen (und darüber hinaus) wird sich auch sein Miauen und Schreien ändern. Hör Deinem Stubentiger zu, antworte ihm und bring ihm viel Liebe entgegen!

Biographie der Autorin

Christine O'Brien

Christine O'Brien

Christine Brovelli-O'Brien, Ph.D., ist Schriftstellerin, Forscherin, STEAM-Pädagogin, Mitglied der Cat Writers' Association (CWA) und hingebungsvolle Tiermama. Auf Instagram und Twitter kannst Du sie und ihre Katzen unter @brovelliobrien finden und ihr folgen.

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