[ ↓ skip to navigation ↓ ]

Das Fressen von Hundekot

Nicht wenige Hundehalter kennen unangenehme Situationen wie diese: Sie beenden gerade eine Gassi-Runde und hören von Ihrem Nachbarn, wie wohl erzogen Ihr Hund doch sei -plötzlich müssen Sie mit ansehen, wie Ihr Vierbeiner Hundekot frisst. Ein ekliger Anblick - was mag nur in Ihren Hund gefahren sein?

Fachleute nennen dieses Verhalten Koprophagie (Fressen von Fäkalien) - ein zwar unangenehmes, aber durchaus nicht ungewöhnliches Verhalten bei Hunden. Die gute Nachricht ist, dass das Fressen von Fäkalien Ihrem Hund im Allgemeinen nicht schaden kann. Die schlechte Nachricht kennen Sie bereits: Es ist eklig, schmutzig und verursacht den schlimmsten Mundgeruch, den man sich vorstellen kann. Außerdem besteht natürlich auch ein gewisses Risiko, sich über den Kot anderer Tiere Parasiten einzufangen.

Neugierde

Niemand weiß genau, warum Hunde Kot fressen – einige mögliche Erklärungen gibt es aber doch. So lautet ein Ansatz, dass sie es einfach mögen - denn Hunde erforschen die Welt mit ihrem Maul und lieben es, Stöcke herumzutragen und an Spielzeugen oder Knochen zu nagen.

Vierbeiner mögen eben alles was einen starken Geruch hat - und bei Exkrementen ist dies zweifellos der Fall. Es mag einem abwegig erscheinen, doch das Fressen von Fäkalien könnte einfach eine Art und Weise Ihres Hundes sein, etwas, das ihn interessiert, genauer zu untersuchen.

Verwirrte Welpen

Welpen haben viel zu lernen - und auf ihrem Weg zur Stubenreinheit kann es schon mal vorkommen, dass sie ihren eigenen Kot fressen. Dies geschieht meist aufgrund ihrer Unsicherheit, wo sie ihren Kot hinterlassen dürfen und wo nicht. Aus Angst davor, etwas falsch gemacht zu haben, vernichten sie daher alle "Beweismittel". Diese Art von Reinigungsverhalten kann übrigens auch bei ausgewachsenen Hunden, die vornehmlich im Haus gehalten werden, auftreten.

Auch Hundemütter fressen regelmäßig die Fäkalien ihrer Welpen, während sie die Kleinen säubern. In diesen Fällen handelt es sich möglicherweise um einen erhalten gebliebenen Instinkt, denn in der Wildnis würde das Fressen des Welpenkots die Wahrscheinlichkeit reduzieren, dass Raubtiere den auf Schutz angewiesenen Nachwuchs aufspüren.

Ernährungsdefizite

Eine der am weitesten verbreiteten Theorien zum Kotfressen besagt, dass Hunde dadurch Defizite in ihrer Ernährung ausgleichen. Und wirklich: Die Fäkalien von Pflanzenfressern können durchaus Vitamine liefern, die Ihr Hund durch seine tägliche Ernährung nicht erhält.

Katzenfutter ist sehr proteinreich - somit können auch die Überreste von Katzennahrung für Ihren Hund attraktiv sein. Unterbinden Sie dieses Verhalten jedoch sofort - denn Katzenkot kann für Vierbeiner gesundheitsschädlich sein.

Vorbeugung

Dem Fressen des eigenen Hundekots lässt sich am einfachsten begegnen, indem Sie stets versuchen, den Haufen so schnell wie möglich zu beseitigen. Manche Leute empfehlen alternativ Pfeffer, Tabasco oder ein bißchen Petroleum auf die Fäkalien zu geben, damit sie ungenießbar werden.

Auch Zusatzprodukte für Hundefutter, die beim Verzehr gut schmecken, jedoch nach der Verdauung bitter werden, können zum Einsatz kommen. So machen Sie die Fäkalien für Ihren Hund unschmackhaft und man erreicht einen Lerneffekt. Leider erzielen diese Methoden aber nicht bei allen Hunden die gleiche Wirkung.

Die beste Lösung für den Umgang mit Koprophagie ist daher, dieses Verhalten behutsam aber hartnäckig zu unterbinden, und Ihren Hund vor allem konsequent zu disziplinieren.

Sprechen Sie auch mit Ihrem Tierarzt über das Problem. Der Experte wird mögliche Nahrungsdefizite Ihres Hundes feststellen und ausgleichen können.

[ ↑ skip to content ↑ ]