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Schlafende orangefarbene getigerte Katze mit pinkfarbenem Halsband

Gängige Katzenmythen und was wirklich dahintersteckt

Seit jeher sind die Menschen fasziniert von Katzen und ihrem oft geheimnisvollen Wesen. Es ist nicht immer leicht herauszufinden, was Katzen denken oder fühlen, aber es gibt diverse Volksmärchen und Mythen über Katzen, dies es zu klären gilt. Hier sind einige Klischees über Katzen, mit denen wir aufräumen können.

1. Katzen landen immer auf ihren Pfoten

Nein, nicht immer. Katzen sind zwar sehr gelenkig, aber in Wahrheit können sie sich wirklich verletzen, wenn sie falsch fallen. Laut dem Animal Medical Center in New York verwenden Tierärzte den Begriff „Hochhaus-Syndrom“, um Verletzungen bei Katzen zu beschreiben, die sie sich aufgrund von Stürzen zugezogen haben. Hierzu zählen Verstauchungen, Knochenbrüche und sogar Atemwegsbeschwerden. Entgegen der landläufigen Meinung neigen Katzen eher dazu, sich bei Stürzen aus geringen denn aus hohen Höhen zu verletzen, da sie keine Zeit haben, sich so zu drehen, dass sie eine sichere Landeposition erreichen. Schützen Sie Ihre Katze, indem Sie dafür sorgen, dass Ihre Fenster gesichert sind, die Fensterläden keine Löcher haben und indem Sie Ihre Regale und Tischplatten so gestalten, dass sie für Ihre Katze als Beobachtungsposten unattraktiv sind.

2. Katzen sollten vor einer Kastration Junge bekommen haben

Laut der Humane Society stimmt das nicht, ganz im Gegenteil. Ihre Katze kastrieren zu lassen, ist eine große Entscheidung, aber Sie sollten es tun, bevor sie Katzenmama wird. Organisationen wie die Humane Society und die ASPCA (American Society for the Prevention of Cruelty to Animals) ermutigen Tierbesitzer, diesen Termin zu vereinbaren, um eine Katzenüberpopulation zu vermeiden, was zu überfüllten Tierheimen führt und einzelne Katzen (und ihre Kätzchen) der Gefahr aussetzt, vernachlässigt zu werden.

3. Katzen kann man nicht erziehen

Wenn man an Tiere denkt, die Kunststückchen machen, sind es nicht unbedingt Katzen, die einem als erstes in den Sinn kommen. Aber stellen Sie sich vor: Man kann Katzen trainieren! Ihrer Katze bestimmte Dinge beizubringen, kann letztendlich die Beziehung und Bindung zwischen ihr und Ihrer Familie stärken.

Es gibt sogar eine Katze namens Tuna, die Instrumente in einer Band spielt und durch die USA tourt (sie macht alles außer Singen). Katzentraining ist allerdings nicht immer entspannend, da positive Bestärkung beim Erlernen traditioneller Verhaltensweisen wie zum Beispiel der Benutzung der Katzentoilette absolut entscheidend ist. Tierheime bieten manchmal kostenfreie Trainingsstunden für Tierbesitzer an oder fragen Sie auch Ihren Tierarzt nach Tipps. Mit ein wenig Geduld und Entschlossenheit könnten auch Sie und Ihre Katze im Nullkommanichts auf der Bühne stehen!

4. Katzen können ruhig mal ein bisschen Schokolade essen

Sie sollten Ihrer Katze niemals Schokolade geben, auch kein kleines Stückchen, warnt Trupanion. Gleiches gilt für Hunde. Schokolade enthält Theobromin, ein Alkaloid, das sowohl für Katzen als auch für Hunde giftig ist. Dunkle Schokolade ist sogar noch gefährlicher als Milchschokolade, da es mehr Theobromin enthält. Diese chemische Verbindung ist auch in Kakao enthalten, lassen Sie also Ihre Katze auch nicht an Ihrem heißen Kakao nippen. Hinzu kommt, dass Katzen Milchprodukte nur schwer verdauen können, was zu Darmbeschwerden wie beispielsweise Durchfall führen kann. Unterm Strich heißt das: Überlassen Sie die süßen Leckereien den menschlichen Familienmitgliedern und sorgen Sie dafür, dass Ihre Katze gesund bleibt.

5. Wohnungskatzen können keine Krankheiten bekommen

Nur weil Ihr kleiner vierbeiniger Freund seine Tage und Nächte drinnen verbringt, bedeutet das nicht, dass sie oder er nicht anfällig für Krankheiten ist. Tatsächlich ist es so, dass sich alle Katzen Krankheiten zuziehen können, selbst wenn sie niemals eine Pfote nach draußen setzen. Experten der Cat Fanciers' Association (CFA) weisen darauf hin, dass Wohnungskatzen am stärksten Luftkeimen ausgesetzt sind, also Keimen, die in der Luft zu finden sind oder an der Kleidung der Katzenbesitzer anhaftend in die Wohnung gelangen. Wenn Sie einen Hund haben, der draußen herumtobt, kann auch er unerwünschte Organismen mit hereinbringen. Bedenken Sie, dass Katzen auch durch das Verdauen von Insekten krank werden können, die ähnliche Krankheiten übertragen. Sprechen Sie also mit Ihrem Tierarzt über Vorsorgemaßnahmen, mit denen Sie Ihren Liebling schützen können. Und denken Sie daran, Ihre Schuhe an der Eingangstür auszuziehen!

6. Katzen nehmen Babys den Atem

Von allen Katzenmythen grenzt dieser Mythos zwar an Aberglauben, ist aber ein echter Anlass zur Sorge für Familien mit Babys und Kleinkindern. Die guten Nachrichten? Dieser Mythos ist eine stark übertriebene Darstellung, wie Live Science bestätigt, mögen Katzen sich auch noch so gern an warme Körper ankuscheln und anschmiegen – die Grundlage für diesen Mythos. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, Ihre Katze während der Schlafenszeit von Ihren Kindern fernzuhalten, da viele Katzen sich gerne nahe dem Kopf, Hals oder der Brust ihrer Besitzer ankuscheln. Warten Sie bis Ihr Kind älter ist, bevor Sie Ihrer Katze erlauben, im selben Zimmer zu schlafen.

7. Zähneputzen bei Katzen ist doch wirklich albern

Nun ja, im Endeffekt ist es Ihre Katze, die zuletzt lacht, wenn ihr Mundgeruch Ihnen die Tränen in die Augen treibt. Regelmäßiges Zähneputzen bei Ihrer Katze erfrischt nicht nur ihren Atem, sondern mindert auch das Risiko für Erkrankungen der Mundhöhle. Und Sie haben die Möglichkeit zu prüfen, ob mit ihren Zähnen und dem Zahnfleisch alles in Ordnung ist. Nehmen Sie das Zähneputzen wirklich ernst, denn es kann das Miteinander mit Ihrer Katze noch angenehmer gestalten und zukünftig einer Reihe von ernsthaften Gesundheitsproblemen vorbeugen. Fragen Sie Ihren Tierarzt um Rat, wie Sie das Zähneputzen am besten angehen sollten.

8. Katzen haben doch sieben Leben - brauchen sie wirklich regelmäßige Gesundheitschecks?

Selbstverständlich haben Katzen nur ein Leben und daher ist es wichtig, regelmäßige Termine beim Tierarzt wahrzunehmen, um dafür zu sorgen, dass das Leben Ihrer Katze lang, gesund und glücklich ist. Zum Tierarzt sollte man nicht nur gehen, wenn die Katze krank ist. Ihre Katze benötigt jährliche Gesundheitschecks, Impfungen, Zahnuntersuchungen und Ernährungsberatung – genau wie wir Menschen. Sie mögen vielleicht auch denken, dass Katzen wegen des Mythos der sieben Leben möglicherweise immun gegen Tollwut sind, aber das ist in Wirklichkeit auch nur eine Legende. Katzen können Tollwut übertragen und sollten daher gemäß der örtlichen Gesetzgebung regelmäßig geimpft werden. Impfungen schützen Ihre Katze effektiv vor einer Infektion.

9. Es ist okay, meine Katze vom Tisch zu füttern

Wussten Sie schon: Bei einer 4,5 kg schweren Katze ist ein Stück Käse vergleichbar mit dem Verzehr von etwa drei kompletten Schokoriegeln. Stückchen vom Teller der Menschen sind leere Kalorien für Katzen. Sie benötigen eine exakt ausgewogene Ernährung für ihre spezielle Lebensphase und besonderen Bedürfnisse, um gesund zu bleiben. Eine Katzennahrung wie Hill’s Science Plan ist hervorragend, da sie Katzen genau das liefert, was sie benötigen, ohne einen Überschuss an Nährstoffen, der ihnen schaden kann.

10. Meine Katze bewegt ihren Schwanz hin und her, sie muss also glücklich sein

Vielleicht … aber bei Katzen weiß man das nie so genau. Katzen wedeln für gewöhnlich mit ihrem Schwanz oder bewegen ihn hin und her wenn sie traurig sind oder nachdenken. Katzen kommunizieren mit einer komplexen Körpersprache und über Lautäußerungen, wie die Menschen. Wenn Sie lernen zu lesen, was Ihre Katze Ihnen sagen möchte, wird das viel zum Aufbau Ihrer Beziehung beitragen.

11. Ich muss nicht dafür sorgen, dass sich meine Katze bewegt

Sie können und sollten sich darum kümmern, dass Ihre Katze Bewegung bekommt. Katzen brauchen sowohl geistige Anreize als auch körperliche Aktivität. Zu ihrer eigenen Sicherheit sollten Katzen im Haus gehalten werden, aber es gibt viele Spiele und Spielzeuge, die dafür sorgen, dass Katzen aktiv bleiben und ein gesundes Gewicht behalten.

12. Schwangere Frauen sollten den Kontakt mit Katzen aufgrund einer möglichen Ansteckungsgefahr (Toxoplasmose) meiden

Werdende Mütter können mit Katzen interagieren, aber es ist die Katzentoilette, die sie unbedingt meiden sollten. Toxoplasmose wird über den Kot und das Katzenstreu übertragen. Solange schwangere Frauen den Kontakt mit der Katzentoilette meiden und jemand anderes die Reinigung der Katzentoilette und des Bereich darum herum übernimmt, sollten keine Probleme auftreten. Bemuttern Sie also gern weiterhin Ihre Katze, während Sie auf Ihr Baby warten.

13. Ohne ihre Schnurrhaare verlieren Katzen ihren Gleichgewichtssinn

Es fällt schwer sich vorzustellen, wie solch eine Annahme in die Welt gesetzt wurde! Katzen setzen ihre Schnurrhaare als „Fühler“ ein, aber nicht um das Gleichgewicht zu halten. Die Stellung der Schnurrhaare einer Katze kann auch Ausdruck ihrer Stimmungslage sein. Was immer Sie auch tun, schneiden Sie niemals die Schnurrhaare einer Katze oder ziehen Sie auf keinen Fall daran. Schnurrhaare sind tief in der Haut verwurzelt und viele Nervenenden laufen dort zusammen.

14. Dürfen Ihre Katzen Milch trinken?

Eine niedliche Katze, die zufrieden von einer Untertasse Milch schleckt - was könnte natürlicher sein? In Wahrheit bekommen viele Katzen von Milch Durchfall und zu viel Milch kann ganz schnell zu einem Problem der Fettleibigkeit führen. Am besten ist es, wenn Sie Ihre Katze mit einer ausgewogenen Nahrung speziell für Katzen füttern.

15. Wenn eine Katze Gras frisst, bedeutet das, dass sie krank ist

Es gibt diverse Theorien darüber, warum Tiere Gras fressen. Tierärzte haben aber keine erwiesenen Antworten. Forschungsergebnisse lassen jedoch eine erstaunliche Möglichkeit vermuten: Vielleicht fressen Tiere einfach gerne Gras. Geraten Sie also nicht in Panik, wenn Ihre Katze ab und zu am Rasen knabbert. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, sollte das gelegentliche Knabbern in ein tägliches Gelage ausarten.

16. Knoblauch auf dem Katzenfutter hilft, ihre Würmer loszuwerden

Knoblauch auf dem Katzenfutter mag Ihrer Katze vielleicht den Eindruck vermitteln, dass Sie ein italienischer Gourmet-Koch sind, tatsächlich aber kann Knoblauch Anämie bei Katzen verursachen und sollte daher vermieden werden.

Sobald Sie Dichtung von Wahrheit unterscheiden, können Sie Ihrer Samtpfote helfen, ein aktives, gesundes Leben zu leben. Und machen Sie sich keine Sorgen – Katzen werden immer geheimnisvoll und hinreißend eigenartig bleiben! Solange Sie wissen, worin die wirklichen Herausforderungen Ihrer Katze bestehen, werden Sie immer viel Spaß miteinander haben.

Angaben zum Autor

Christine O'Brien

Christine O'Brien ist Autorin und langjährige Katzenmutter. Folgen Sie ihr auf Twitter und Instagram @brovelliobrien.

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