Spritzen und Urinieren
Katzen sagt man ihren Hang zur Sauberkeit nicht nur nach - sie
besitzen ihn wirklich. Die meisten Katzen sind sehr reinlich
und benutzen stets ihre Toilette in der Wohnung oder einen
Platz im Garten. Es ist daher ungewöhnlich, wenn sie im
Zimmer Urin verspritzen oder in einer Ecke wasserlassen.
Was führt zum Spritzen oder
Urinieren?
Katzen verwenden Urin als Duftsignal oder als 'Markierung'
für sich und andere Vierpfoten. Der Grund für diese
Form des Markierens ist also nicht nur das Entleeren einer
vollen Blase. Es gilt daher festzustellen, ob die Katze "nur"
spritzt oder regelrecht uriniert. Denn die Lösungen
für die beiden Probleme sind sehr unterschiedlich.
Beim Urinieren setzt sich die Katze in die Hocke und
scheidet den Urin auf einer horizontalen Fläche aus.
Manchmal scharrt sie anschließend im Bereich um den Urin
herum - dies ist aber nicht immer der Fall. Bevorzugte
Plätzchen für das Wasserlassen sind dabei
Teppichböden, Sofas, Schlafdecken, Badezimmer oder das
Spülbecken.
Zum Verspritzen von Urin steht die Katze auf, macht eine
regelmäßige Trittbewegung mit ihrem Hinterfuß,
zuckt mit der Hüfte - und schon spritzt etwas Urin nach
hinten auf eine vertikale Fläche, wie z.B. eine Wand. Der
zum Markieren ausgeschiedene Urin enthält einen deutlich
wahrnehmbaren Duftstoff. Unter anderem spritzen Katzen auf
Türen, Fenster, um Katzenklappen herum, auf Vorhänge,
Elektrogeräte und Einkaufs- oder Mülltüten.
Wenn Sie einmal herausgefunden haben, ob Ihre Katze spritzt
oder uriniert, können Sie die geeigneten Maßnahmen
ergreifen, um das störende Verhalten zu ändern.
Saubermachen
Egal ob beabsichtigt oder nicht: Wenn die Katze einmal an
einem unpassenden Platz uriniert hat, wird ihre sensible Nase
sie dazu anregen, diese Stelle auch weiterhin als Toilette zu
benutzen.
Wie also verhindert man die Dauernutzung? Am einfachsten
beenden Sie die Gewohnheit, indem Sie die Katze so lange wie
möglich von dem Platz fernhalten. Beseitigen Sie
währenddessen jeden Geruch und verändern Sie den Ort,
indem Sie ihn mit Möbelstücken versperren. Zum Putzen
stellt eine 10%ige Lösung eines biologischen Putzmittels
die erste Wahl dar. Spülen Sie anschließend einfach
mit Wasser nach und lassen Sie den Bereich gut trocknen.
Ein weiterer "Geruchskiller": Sprühen Sie den Bereich
mit Spiritus - z.B. mit Hilfe einer Spritzflasche - ein!
Anschließend wird geputzt und trocken gelegt. Allerdings
sollten sie den Untergrund vorher an einer unauffälligen
Stelle auf seine Empfindlichkeit testen - bei einigen
Belägen kann es zu Verfärbungen kommen. Auch
Spezialmittel wie der Urinentferner Petfresh oder Urinstein-
und Geruchsentferner sind besonders geeignet, um
Rückstände zu entfernen, die Ihre Katze animieren
könnten. Diese Produkte bekommen Sie unter anderem bei
Ihrem Tierarzt.
Teppichböden haben den Nachteil besonders
saugfähig zu sein. Daher kann der Urin hier komplett
eindringen. Wenn ein Teil der Auslegeware über einen
längeren Zeitraum stark verschmutzt wurde, ist es
möglicherweise notwendig, die entsprechende Stelle aus dem
Teppich herauszuschneiden und den Unterboden gründlich zu
behandeln.
Medizinische Probleme
Eine Katze, die angefangen hat im Haus zu urinieren, sollte
für einen Check-up zum Tierarzt gebracht werden. Eine
mögliche Ursache kann zum Beispiel eine
Blasenentzündung sein. Auch eine stressbedingte
Harnwegsinfektion ist für Laien schwer zu erkennen:
Symptom hierfür ist das Urinieren außerhalb des
Katzenklos.
Jede Harnwegsinfektion oder -irritation kann dazu
führen, dass Ihre Katze an verschiedenen Stellen im Stehen
uriniert, anstatt nach draußen zu gehen oder das
Katzenklo zu benutzen. Diese Art des Urinierens wird oft mit
dem Spritzen verwechselt.
Katzen, die an wiederkehrenden Blasenentzündungen
leiden, geht es besser, wenn sie mehr trinken. Das erfordert
eventuell eine Futterumstellung von Trocken- auf Feuchtfutter.
Bitte lassen Sie sich in Sachen Katzenernährung aber
unbedingt von Ihrem Tierarzt beraten.
Warum spritzt meine Katze im Haus?
Alle Katzen können spritzen - dabei spielt es keine
Rolle, ob Ihre Vierpfote männlich, weiblich, kastriert
oder unkastriert ist. Normalerweise geschieht das Markieren
draußen und stellt einen Teil des
Duftkommunikationssystems dar. Auch wenn Ihre Katze sich
scheuert oder kratzt, hinterlässt sie Duftsignale. Dabei
reibt sie die Drüsen um ihren Mund an Zweigen oder anderen
Gegenständen.
Der Duft wird hinterlassen, um das Katzen-Territorium mit
dem eigenen Duft zu markieren. Bei der unkastrierten Katze
signalisiert der Urin nicht nur die Anwesenheit der Katze,
sondern auch ihren Status. Weibliche Katzen haben - wenn Sie
rollig sind - einen besonders hohen Östrogenanteil in
ihrem Urin, um die Aufmerksamkeit der Kater zu erregen.
Die meisten Hauskatzen sind kastriert und spritzen allein
schon deshalb nicht im Haus, weil es keinen Grund dafür
gibt. Spritzen im Haus sollte daher als ein Zeichen dafür
gewertet werden, dass sich die Katze gestresst fühlt und
sich mehr Sicherheit verschaffen will, indem sie ihren eigenen
Duft verteilt. Die Schlussfolgerung lautet daher: Spritzt die
Katze in der Wohnung, fühlt sie sich bedroht.
Verantwortlich für die Verunsicherung sind häufig
andere Katzen im Haus oder in der Nachbarschaft. Wenn die Katze
ohnehin schon leicht ängstlich ist, können aber auch
ein Baby oder eine neue Person im Haushalt, Bauarbeiten,
Renovierungen oder Änderungen der Tagesabläufe zum
Spritzen führen.
Bedrohung durch Nachbarkatzen
Das eigene Zuhause will behauptet werden: Katzen spritzen
daher häufig um die Katzenklappe oder Türen herum -
so signalisieren sie eindringenden Artgenossen ihre
Anwesenheit. Wenn Ihre Katze sich dadurch verunsichern
lässt, dass eine weitere Vierpfote das Haus betritt,
sollten Sie die Katzenklappe blockieren und Ihre Katze "per
Hand" rein und raus lassen. Oder Sie bauen eine Katzenklappe
ein, die ein magnetisches oder elektronisches System benutzt,
welches durch ein Gerät am Halsband Ihrer Katze aktiviert
wird. Für andere Katzen heißt es dann: Zutritt
verboten! Letztlich ist dies aber nur dann nötig, falls
Sie keine Lust haben, Ihrer Katze jedes Mal die Tür zu
öffnen.
Ein weiterer Weg zu mehr Ruhe für Ihre gestresste
Katze: Verjagen Sie andere Katzen aus Ihrem Garten. Wenn sich
bei Ihrer Vierpfote erst einmal ein Gefühl der Sicherheit
einstellt, wird sie nicht mehr das Bedürfnis haben den
Innenbereich zu markieren.
Renovierung und Bauarbeiten
Eine nervöse Katze, die nur drinnen lebt, kann sich
durch Veränderungen ihrer Umwelt bedroht fühlen:
Renovieren oder auch nur das Umstellen von Möbeln entfernt
alle Markierungen der Katze, die sie so sorgfältig durch
Kratzen und Scheuern gesetzt hat.
Um im Falle einer Renovierung die Auswirkungen in Grenzen zu
halten, sollten Sie Ihre Katze von allen frisch gemachten
Räumen fern halten bis die Baugerüche nicht mehr so
intensiv sind oder sich mit denen der Familie vermischt haben.
Beschleunigen lässt sich dieser Prozess, indem Sie selbst
auch etwas vom Duft Ihrer Katze verteilen. Nehmen sie einfach
ein weiches Baumwolltuch und reiben Sie damit vorsichtig
über das Gesicht Ihrer Katze - dort sitzen die
Drüsen, die den individuellen Duft Ihrer Katze
produzieren. Das Sekret beinhaltet Pheromone, die dem Gehirn
der Katze ein Gefühl der Vertrautheit und Sicherheit
vermitteln. Wischen Sie mit dem Stoff über die neuen
Möbel und frisch gestrichenen Wände in
"Katzen-Höhe" entlang und wiederholen Sie dies einige
Male.
Der positive Effekt: Ihre Katze wird weniger spritzen, wenn
sie ihren Duft an den bearbeiteten Stellen bemerkt. Ihr
Tierarzt kann Ihnen außerdem ein Produkt empfehlen, das
synthetische Pheromone enthält und genauso schnell wirkt -
zum Beispiel Feliway. Falls Sie etwa ein neues Sofa aufstellen
möchten, kann es helfen, zunächst für ein paar
Wochen einen Überwurf zu benutzen. Dieser kann über
das neue Möbelstück gedeckt werden, damit es
vertrauter riecht.
Helfen Sie der Katze, sich sicher zu
fühlen
Auch wenn die Ursache für das Spritzen nicht immer
offensichtlich ist - es gibt in nahezu allen Fällen Wege,
wie Sie dafür sorgen können, dass sich Ihre Katze
sicherer fühlt. Es mag verwundern, doch manchmal hilft es
sogar, den Bereich, in dem sich Ihre Katze aufhält, auf
ein oder zwei Räume zu begrenzen. Auch so können Sie
ein Gefühl von Sicherheit vermitteln und damit das
Spritzen reduzieren.
Ist Ihre Katze mit der Situation einfach heillos
überfordert - gibt es also keine Aussicht auf eine
Lösung -, müssen Sie jedoch erwägen, Ihre
verängstigte Katze an einen Ort ohne andere Katzen zu
bringen. Das Ungestörtsein wird sie dazu bringen, mit dem
Spritzen aufzuhören und zu einem glücklicheren
Katzenleben führen. Übrigens: Selbst die
draufgängerischste Katze kann durch viele Artgenossen in
ihrer Umgebung gestresst werden. In einem solchen Fall ist es
für die Katze sicher vorteilhafter, wenn sie das einzige
Tier zu Hause ist.
Fachliche Hilfe
Spritzen und Urinieren kann bei vielen Katzen durch die
angesprochenen Methoden verhindert werden. Bei länger
anhaltenden Problemen ist es allerdings ratsam es nicht einfach
auf sich beruhen zu lassen, sondern Ihren Tierarzt zu
konsultieren.